Spanische Gewohnheiten & Alltagskultur
1. Spätes Essen
In Spanien wird sehr spät gegessen – Mittagessen meist gegen 14–15 Uhr, Abendessen oft erst um 21 oder 22 Uhr. Früh zu essen gilt fast als „nordeuropäisch“
Solange ich in Spanien bin, passe ich mich diesem Rhythmus an, aber zurück in Deutschland o. Österreich esse ich zu den gewohnten Zeiten.
2. La Siesta
Auch wenn sie heute nicht mehr überall praktiziert wird, ist die Siesta – also der Mittagsschlaf oder die Ruhepause nach dem Essen – kulturell tief verankert. Besonders in kleineren Städten schließen Geschäfte am Nachmittag für ein paar Stunden.
Auf Reisen lässt sich die Siesta zwar schlecht einbauen, aber wenn ich länger an einem Ort bin, gehört sie für mich einfach dazu.
3. Tapas teilen
Essen ist in Spanien ein soziales Erlebnis. Man bestellt viele kleine Gerichte (tapas) und teilt alles mit Freunden oder Familie. „Einzeln essen“ ist eher ungewöhnlich.
Irgendwie mag ich das viel lieber als bei uns in Deutschland, wo man sein Essen meist eifersüchtig bewacht. 😄
4. Café-Kultur
Spanier lieben ihren café con leche oder café solo – mehrmals am Tag! Man trifft sich im Café, um zu reden, zu beobachten oder einfach zu pausieren.
Ich wünschte, das gäbe es auch bei uns – auf dem Land in Deutschland ist Kaffeetrinken eher etwas für zu Hause als fürs Café.
5. Pünktlichkeit? Nicht so wichtig.
Eine Verabredung um 20 Uhr bedeutet oft 20:15 Uhr oder später. „La hora española“ – die spanische Zeit – ist ein bekannter Scherz unter Einheimischen.
OK daran kann ich mich nicht gewöhnen, ich bin zu der der verabredeten Zeit da, wenn nicht sogar 5-10 min früher.
6. Fiestas y Ferias
Jede Stadt (und oft sogar jedes Dorf) hat eigene Feste – mit Musik, Tanz, Prozessionen und Feuerwerk. Das ganze Jahr über gibt es lokale Feiern.
Wobei – auch wir Deutschen lassen bei Volksfesten oder Karneval nichts anbrennen. 😄
7. Familie an erster Stelle
Familie ist das Herz des spanischen Lebens. Große Familienessen am Wochenende sind normal, und viele junge Erwachsene wohnen lange bei ihren Eltern.
In Deutschland ist das Familienleben oft etwas individueller, viele ziehen früher aus und sehen ihre Familie seltener.
8. Das Leben auf der Straße
In Spanien spielt sich vieles draußen ab – auf Plätzen, in Bars, auf Terrassen. Das mediterrane Klima fördert das gesellige Miteinander im Freien. Es gibt viele öffentliche Picknick-Plätze mit Grill bzw Feuerstelle wo sich nicht selten große Familien versammeln und den ganzen Tag mit mitgebrachten Speisen u Getränken verbringen. (Leider bleibt dann auch der Müll dort)
Ich muss sagen, daran musste ich mich erst gewöhnen. Hier ist man wirklich viel draußen unterwegs, während ich es eher gewohnt bin, zu Hause zu essen und mehr Zeit drinnen zu verbringen. In Deutschland spielt sich das Leben einfach mehr in den eigenen vier Wänden ab – besonders, wenn das Wetter wieder typisch deutsch ist.
9. Dos besos – zwei Küsschen zur Begrüßung
Zwei Wangenküsse – rechts und links – sind in Spanien die übliche Begrüßung, auch bei Bekannten. Männer untereinander geben sich meist die Hand, aber insgesamt ist der Umgang sehr herzlich.
Am Anfang war das für mich etwas ungewohnt, heute finde ich es total sympathisch. Es schafft sofort Nähe – viel persönlicher als ein kurzes Händeschütteln, wie man es in Deutschland gewohnt ist.
10. „No pasa nada“ – die spanische Gelassenheit
Wenn etwas schiefgeht, hört man in Spanien oft: No pasa nada – „Macht nichts“. Diese entspannte Haltung zieht sich durch viele Lebensbereiche. Die Menschen lassen sich hier einfach weniger stressen.
Ich finde das unglaublich inspirierend. In Deutschland nimmt man vieles ernster und will, dass alles perfekt läuft – in Spanien erinnert man mich jeden Tag daran, dass es auch anders geht.
Bis zum nächsten Mal.
Eure Sarah