Seit meinem letzten Blogbeitrag im Juni ist tatsächlich nicht wahnsinnig viel passiert.
Ich habe gearbeitet. hauptsächlich das. Der Sommer ist irgendwie vorbeigeflogen und währenddessen hatte ich immer wieder dieses Gefühl: Ich müsste mal wieder etwas erleben. Ich brauche eine Geschichte für den Blog. Irgendwas muss doch passieren.
Ich habe ein kleines Problem damit, wenn einmal nichts passiert außer Alltag, Routine und jeden Tag das gleiche zu tun und zu sehen. Ich habe das Gefühl, dass mein Leben immer in Bewegung sein muss. Neue Orte, neue Pläne, Reisen, Veränderungen.
Denn wenn man in Saison arbeitet und diese dann beendet ist und man freie Zeit hat, möchte man eigentlich nur abschalten. Gleichzeitig hat man aber das Gefühl, diese freie Zeit nicht „verschwenden“ zu dürfen.
Ich bin mit meinen beiden Hunden in eine kleine Hütte mitten im Wald in Slovenien gefahren.
Allein.
Ich gebe zu: Die erste Nacht war schon ein bisschen gruselig und ich habe kaum geschlafen.😅
Wenn man mitten im Wald sitzt und es dunkel wird, hört man plötzlich jedes Geräusch. Und die Hirsche waren gerade in der Brunftzeit was auch sehr außergewöhnlich klingt.
Ganz allein war ich dann aber doch nicht. Der Gastgeber kam einmal am Tag vorbei, erkundigte sich, ob alles in Ordnung ist und ob wir etwas brauchen. Dabei blieb auch immer Zeit für ein nettes Gespräch. Genau die richtige Mischung aus Ruhe und dem guten Gefühl, dass jemand in der Nähe ist, wenn etwas sein sollte.
Nach den ersten ein, zwei Tagen wurde aus dem anfänglichen „Oh Gott, ich bin hier ganz allein“ dann aber ein ziemlich angenehmes „Wie schön, dass hier niemand ist.“
Es war unglaublich ruhig.
Auch die Hunde waren sofort entspannt. Kein Trubel, kein Lärm, keine Autos– einfach draußen sein, schnüffeln, spielen, schlafen und den Tag auf sich zukommen lassen.
Dann habe ich in einer Nacht tatsächlich etwas gehört, das ziemlich eindeutig nach Jaulen klang.
Am nächsten Tag habe ich dem Gastgeber davon erzählt. Seine Antwort war ziemlich entspannt: Im nächsten Tal gibt es Schakale.
Na super. 😅
Natürlich haben wir trotzdem ein bisschen etwas unternommen. Wir haben eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt gemacht – kein riesiges Abenteuer, sondern einfach loslaufen, durch den Wald und irgendwann oben ankommen.
Und dann ging es noch ans Meer.
Die Insel Cres war nicht weit entfernt, also haben wir kurzerhand zwei Nächte dort verbracht. Wald und Meer innerhalb einer Woche – eigentlich eine ziemlich schöne Kombination.
Aber auch dort musste nicht ständig etwas passieren.
Und genau das hat mir diese Woche gezeigt: Ich muss meine freie Zeit nicht komplett verplanen, nur weil ich sie habe.
Nicht jeder Tag muss produktiv sein. Nicht jeder Ausflug muss spektakulär sein und nicht jede Reise braucht zehn verschiedene Stationen.
Manchmal reicht es auch, morgens keinen Plan zu haben.
Ein bisschen spazieren zu gehen. Mit den Hunden herumzusitzen. Einen Kaffee zu trinken. Aufs Meer zu schauen. Oder einfach in der Hütte zu sitzen und dem Wald zuzuhören.
Gerade wenn man lange arbeitet, ist es gar nicht so einfach, plötzlich nichts tun zu müssen. Man ist es gewohnt, immer etwas zu erledigen oder irgendwohin zu müssen. Und wenn diese Verpflichtungen einmal wegfallen, füllt man die entstandene Lücke schnell wieder mit neuen Plänen.
Diese Woche hat mir ganz gutgetan, weil ich gemerkt habe, dass ich nicht jede freie Minute ausfüllen muss.
Es darf auch einfach mal eine ruhige Woche sein.
Ohne große Geschichte. Ohne fertigen Plan für das, was danach kommt.
Und wenn dann doch einmal etwas passiert – wie ein nächtliches Jaulen aus dem nächsten Tal – nimmt man es eben mit. 😄
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